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Segeltörn Kroatien- Montenegro
gernot Agthe

Aktueller Reisebericht

Segeltörn Kroatien- Montenegro
im Juni 2009 von gernot Agthe (Reiseziel: Kroatien/montenegro)

Segeltörn Kroatien- Montenegro
Ein Wunsch geht in Erfüllung.
Vom 21. Juni – 5. Juli 2009

Bereits zum fünften Mal startete die bewährte Segelcrew, das sind Petra Erfurt, Rolf Gerlach(VWG), Lore Nolting, Ulrich Friese(Gothia), Waltraut und Gernot Agthe(VWG) in das für uns schönste Segelrevier Kroatien, mit dem Reiseziel Montenegro. Gernot Agthe war wieder der Skipper.
Ausgangspunkt war diesmal die ACI- Marina Dubrovnik, um die Anreise nach Montenegro zu verkürzen. Der Flug mit Germanwings ging von Schönefeld um 05:25 nach Dubrovnik. Der Transfer zur ca. 35km entfernten ACI Marina bei morgentlicher Kühle erfolgte reibungslos.
Gechartert war eine Oceanis Clipper 39.3 Baujahr 2006, aber als wir das Boot übernehmen wollten hieß es, dass für diese Yacht kein Ausreisepermit vorhanden sei, wir bekommen die grössere Oceanis 42.3( Länge13,3m,Breite 3,92m) mit dem Namen „PIPE DREAM“, übersetzt „Luftschloss“. Dieser Wechsel war insofern gut, als nunmehr zu jeder Kabine eine eigenen Nasszelle gehörte, überaus komfortabel und sinnvoll.
Alles an Bord funktionierte, sogar diesmal auch die Toiletten, das Schiff machte einen guten Eindruck, bis auf das etwas ungepflegte Tauwerk der Festmacher und der Schoten.


Die Crew in der Bucht von Kotor

Der bereits in Deutschland bekannte Wetterbericht brachte tatsächlich kühles und regnerisches Wetter (20°).
Da wir bereits um 08:00 in der Marina waren wurde unser Gepäck eingeschlossen und wir waren frei für einen ausgedehnten Stadtbummel durch Dubrovnik. Diese weltbekannte alte Stadt, das ehemalige Ragusa, das sich selbst dem starken Venedig entgegen stemmten und frei Stadt blieb, bietet jedes Mal wieder neue Blickpunkte bei der Umgehung auf der Stadtmauer, am Hafen und beim flanieren durch die schmalen Gassen.
Zurück in der Marina wurde für ersten Tage Nahrung und Getränke im nahen Supermarkt eingekauft gebunkert. Abends ein starkes Gewitter! Die erste Nacht also in der Marina.
Am nächsten Morgen in der Plicht Lage-, Routen- und Wetterbericht. Das Ablegemanöver gelang recht gut, trotz Einengung des sehr schmalen Fahrtweges entlang der schräg nach vorn verlaufenden Mooring-Leinen, der noch an den Stegen liegenden Boote. Vorbei an dem imposanten Kastell und der Stadtmauer von Dubrovnik. Tagesziel heute am Montag 22.Juni war das ca, 25sm entfernte Cavtat, das wir gegen 14:00 erreichten. Festmachen an der Pier mit Moorim´ngleine vorn und hinten 2 Festmacher. Abendessen im Restaurant „Dalmatia“.
Cavtat hat sich positiv verändert, durch Einschnürung der Halbinsel entstand auf der anderen Seite ein weiterer Hafen, auch geschützt.

Am nächsten Morgen Zollformalitäten, d.h. mit Crewliste, Pässen und Schiffspapieren zu Ausklarieren beim Zoll, beim Hafenamt und Polizei.
Ablegen 9:00 mit Tagesziel Montenegro, Bucht von Kotor bis zur gleichnamigen Stadt. Draussen hatten wir Wind SSO 3-5 gegenan und gegen eine ruppige See, eine Regenfront nach der anderen. Kautabletten und Regenkleidung waren jetzt erwünscht. Nach ca. 27sm erreichten wir das Kap Prevlaka, den Eingang zur Bucht von Kotor. Passiert ein altes riesiges Fort, militärischer Stützpunkt von Kroatien und UN- Soldaten. Und nun riss der Himmel auf ,wir sahen das Panorama der Bucht vor uns und steuerten gegen 14:30 den Zollhafen von Zelenika an. Das Einklarieren ging zügig, das Aufenthaltspermit mit montenegrinischer Flagge kostete EUR 135,-.
So fuhren wir unter Maschine langsam und staunend entlang an schönen italienisch anmutenden Städten in Richtung der immer höher werdenden Berge (bis 1700m) an das Ende der Bucht und damit die Stadt Kotor.


Die Stadt Kotor am Abend (Foto: Pavle Cikovac)

Nach 44sm mit Gegenwind, böigen Regenschauern und schräg anlaufender Welle erreichten wir um 18:30 alle wohlbehalten einen schönen Stegplatz ca. 200 m (mit Strom/Wasser) vor dem Altstadttor. Eine atemberaubende Kulisse bietet diese Stadt, mit steil aufsteigender alter Stadtmauer, venezianischen Kirchen und Palästen.
Angefügt sei noch, dass die Tagestemperaturen so um 19°-20° lagen, also ziemlich kühl.
Mittwoch, 24. Juni; den ganzen Tag besichtigen wir die Altstadt von Kotor, steigen entlang der Stadtmauer zu einer Kapelle auf, mit herrlicher Aussicht auf Stadt und die Bucht.
Am nächsten Tag machen wir einen Ausflug mit einem Kleinbus (Peugeot 807) mit Fahrer für den ganzen Tag (für EUR 90,-) über die Berge in den Nationalpark Lorien. Nach toller Serpentinenfahrt aufwärts bis auf nahezu 1800m erreichen wir das nationale Heiligtum und Museum von Petar II Petrovic-Njegos, übernahm 1830 die Macht als geistlicher und weltlicher Fürstbischof von Montenegro. Weiterfahrt nach Cetinje mit Klosteranlage und Bischofssitz. In einem, nur unserem Führer Ivo bekannten Landgasthaus essen wir hervorragend Lamm. Weiterfahrt zur Insel Sveti Stefan, bekannt als teuere Hotelanlage, nur über einen Damm erreichbar.
Dann weiter nach Budva, mit ebenfalls interessanter von einer hohen Mauer mit Ecktürmen umgebener Altstadt mit vielen kleinen Geschäften. Es ist Sommer und warm geworden (ca. 26°). Um 18:00 zurück in Kotor, beim Aussteigen an der Marina beginnt ein Wolkenbruch, so dass wir uns in ein Buswartehaus flüchten und selbst dort bis zu den Knien nass werden.
Am nächsten Morgen noch in derMarkthalle Gemüse, Obst und Brot eingekauft, ablegen 10:00. Abwechselnd Sonne und Wolken begleiten uns bei der Fahrt durch die innere Bucht nach Perast und dort zu den Inseln Sveti Durdev mit einem von Zypressen umgebenen Benediktinerkloster und zur Insel Gospa od Skrpeka mit der Kirche „Maria vom Felsen“. Interessant ist, dass diese Insel aus mit Steinen beladenen alten Holzschiffen besteht, errichtet 1492.


Die Insel Maria vom Felsen (Foto: Brian Dell)

Hier haben wir mit unserem Boot an einem der Ausflugsboote, wie links im Bild, für 45min. festgemacht.
Beide Inseln, die Bucht und die Stadt Kotor erhielten die Auszeichnung als Weltkulturerbe.
Als wir ablegten begann es wieder zu regnen und wir erreichten gegen 14:00 die am steilen Felsen gelegene Stadt Herceg Novi. Eine nahezu barocke Stadt, steile Strassen und Stufen, aber mit grandiosen Ausblicken auf die Bucht. Abendessen im Tri Upen- Drei Linden.
Am nächsten Morgen (unser 7. Tag) 8:00 ablegen, nach Zelenika zum ausklarieren und dann Abschied von der Kotorbucht bei Leichtem Wind teilweise unter Segel weiter bis Cavtat. Dort 13:30 einklariert und zum Ankern vor kleine Insel Mrkan. Es war doch noch Sommer geworden und wir geniesen so richtig das warme (ca. 23°) Wasser und schwimmen ausgiebig. Zum Nacht- ankern in die neue Bucht bei Cavtat, mit selbstgekochten Essen in der Plicht.
8. Tag. Jetzt beginnt der eigentliche Segelurlaub, nämlich erst einmal Schwimmen, frühstücken und Lagebesprechung. Entscheiden uns die Inselwelt der Elaphiten anzusteuern. Ein leichter Segelwind kommt auf und wir erreichen die Bucht Sunj der Insel Lopud. Typische Ausflugsbucht für Segler und Motoryachten, Windgeschützt mit klarem Wasser. Ankern, gehen an Land spazieren bis auf die Höhe mit Blick zur Stadt Lopud. Abends kochen Rolf und Petra ihre berühmten Spagetti mit Schinken-Tomatensosse.
9.Tag. Wieder morgentliches Schwimmen, Motor an und runden die Insel bis an zur Pier von Lopudstadt zum Einkaufen. Wieder ablegen und dann beginnt ein wunderbares Segeln mit 5-6 Bft Wind und 6-8 ktn Fahrt im Schiff. Es ist warm und wir genießen dieses mediterrane Klima. Entlang der lang gestreckten Insel Mljet bis zur nördlichsten Bucht Polace.

Ankerfallen in einsamer Bucht der Mljet vorgelagerten Inselwelt. Also vorne Anker ausbringen, rückwärts zum Ufer und an einer Pinie die Heckleinen angebracht. Es riecht nach Süden, nach Pinien und Blumen.
10.Tag. Es war eine absolut ruhige Nacht. Nach schwimmen usw. Entscheidung: wir Segeln zur Insel Lastovo. Das ist die vom Festland am weitesten entfernte Insel, bis vor drei noch gesperrt gewesen, die sich nunmehr langsam dem Tourismus öffnet. Hat das beste und klarste Wasser. Ablegen 9:00 und ein leichter Wind trägt uns die 17sm nach Lastovo zur westlichen Bucht Mali Lago.

14:30 Ankerfallen in der Kleinen Bucht, Wassertemperatur hier 24°, sodass sofort die gesamte Crew im Wasser war. Abends auf der Aussenterasse des neuen Hotels „Solitude“ wunderbares Essen und ein ordentlicher Schluck Bier.
11. Tag. Wie gehabt schwimmen, frühstücken, Briefing! Fahren Zum Fähranleger nach Ubli zum Dieseltanken ( 75ltr.) und weiter mit Kurs zur Insel Mljet in den Nationalpark. Kein Wind, aber es ist warm. Gegen 18:00 erreichen selbiger Bucht wie am 9.Tag, ankern und Heckleine zum Ufer. Die Ranger kommen und wir müssen die Nationalparkgebühr bezahlen (Verhandlungssache). Baden und danach Spiegeleier mit Schinken, Wein und Bier.Sitzen noch lange in der Plicht und beobachten die Sterne und das Firmament.
12. Tag. Morgens das übliche Zeremonell. Rolf, Lore und Ulrich wollen mit dem Schlauchboot zur Stadt Pomena, kommen aber nach ca. 45min zurück- pudelnass. Wir legen ab, fahren entlang der Küste der Insel Mljet und besuchen Mittags die Bucht von Okuklje. Sehr nett und malerisch , aber wir wollen weiter, umrunden die Süd-Ostspitze und fahren in die bereits bekannte Bucht Saplunara. 18:00 Anker fallen Baden usw.
13. Tag. Überfahrt zur Insel Sipan, dort in die Bucht von Sipanska Luka an die Pier. Ordern einen Tisch im besten Fischrestaurant und werden einige Stunden später mit tollen Fischgerichten, Weisswein usw. verwöhnt.

14. Tag. Zurück zur Marina Dubrovnik, Bootrückgabe, Abendessen im kroatischen Restaurant und Abschiednehmen von 2 Wochen mit neuen wunderbaren Eindrücken, wenigen Segeltagen aber mit mediteranen Glücksgefühlen und ausgiebigem Baden im warmen Mittelmeer.
Alles zusammen sind wir „nur“ 60sm gesegelt von insgesamt 275sm.
Fazit von allen“ Es war wieder so schön, es war bestimmt nicht das letzte Mal in dieser Inselwelt.
Gernot Agthe