Ihr Reisebericht

An dieser Stelle können angemeldete Mitglieder ihren Reisebericht veröffentlichen.

Bitte laden Sie hierzu Ihren Reisebereicht hoch, tragen Titel und Reiseziel sowie den ungefähren Zeitraum der Reise ein.

Wenn Sie zu dem Reisebericht Bilder haben, können Sie diese uns gerne in einer Email an reisebericht@wassersportlotse.de senden.

Bitte loggen sie sich ein, um einen Reisebericht einzusenden.

Archiv

Holland - Deutschland
Ernst Jan Bauer

Urlaubs-Törn Berlin - Brandenburg
Wolfgang & Renate

Törn von Kienitz nach Freest und zurück
Wolfgang Schüler

Die Moldau
Doris Sutter

Von der Ostsee nach Berlin
Renate Hillert

Komm mit ins Lauwersmeer…
Doris Sutter

Norddeutschland Rund – Von Berlin nach Borkum
Wolf Schneider

Stand-up-Paddle-Tour de Charlottenburg 2010
Beate Vetter-Gorowicz

Beluga im Zentrum der Macht
Doris Sutter

Segeltörn Kroatien- Montenegro
gernot Agthe

Aktueller Reisebericht

Von der Ostsee nach Berlin
im Sommer 2011 von Renate Hillert (Reiseziel: Berlin)

Nach einem wunderschönen Segeltag, Mitte September, auf unserer 32-er Segelyacht von Laboe nach Fehmarn ,soll es nun Richtung Travemünde gehen, um dann über die Trave und Kanäle nach Berlin zu gelangen. Wir freuten uns auf unseren letzten Segeltag, aber nach
wenigen sm dümpelten wir auf einer platten Ostsee und mussten schon jetzt mit der Fahrt unter Motor beginnen. Dies begeistert natürlich einen Segler überhaupt nicht, gerade bei der Aussicht, wenn man noch eine so große Strecke zu motoren vor sich hat.

Entlang ging es an der gut besuchten Promenade von Travemünde und an der "Passat" vorbei in die Trave, die mit sehr schönen Ausblicken uns begeisterte, und wir konnten nach dem sehr vollen ersten Stück im Bereich der Fähranleger und Containerschiffe die Fahrt genießen bis ein Blick nach hinten, natürlich an einer engen Stelle, ein recht großes "Ungetüm" sich uns immer weiter näherte .

Mit anderen Yachten drängelten wir uns am rechten Rand und freuten uns sehr, dass er bald beidrehte um anzulegen. Nun ging es Richtung Lübeck. Im Werftgebiet der Teerhofinsel (Travewerft- freundlich , hilfsbereit, Kran, WC/Dusche einfach 1€, keine Tankmöglichkeit) fanden wir einen nicht so schönen, lauten (Eisenbahn) Liegeplatz, aber es dämmerte schon, und wir mussten irgendwo anlegen, um am nächsten Tag den Mast legen zu können.
Nachdem wir den Mast gelegt hatten, ging es über die Kanaltrave und den Elbe-Lübeck-Kanal. Sieben Schleusen mussten auf einer Strecke von 67 km überwunden werden. Eigentlich eine Tagestour, aber die Berufsschifffahrt machte uns einen Strich durch die Zeitplanung, denn unser Schiff mit einer Länge von nunmehr 15m durch den gelegten Mast, war wieder einmal zu lang, um nach der Berufsschifffahrt geschleust zu werden. Wir standen am Anleger und beobachten die ankommenden Schiffe und lasen die Längen. So verging die Zeit mit Warten und Schiffe angucken. Vor Einbruch der Dunkelheit erreichten wir gerade noch Mölln und waren gezwungen an der ersten Möglichkeit festzumachen; gleich am Nordufer des Ziegelsees oder Möllner See bei“ Bootswerft Schermer am Ziegelsee“. Wir konnten unser Schiff an einem witterungsbedingt sehr glitschigen Steg festmachen, so dass man wie auf Eiern an Land laufen musste. Außer Werftbetrieb und Verkauf von Bootszubehör zählte nur Toilette zum Angebot. Wir hatten noch Glück einen ausgesprochen freundlichen Ansprechpartner anzutreffen, denn wir benötigten Sprit, -die nächste Bootstankstelle war erst in Lauenburg. Das Fahrrad wurde aufgeklappt und losgestrampelt, nach Auskunft ca. 15 Min. bis zur Tankstelle. Es hat geklappt: mit einem neuen, roten, gefüllten 10l Kanister und einer netten Überraschung zum Abendbrot aus dem benachbarten Aldi wurde zurückgekehrt.

Am nächsten Morgen ging es nun Richtung Lauenburg. Wieder dauerte es wegen der Schleusen länger als geplant, und am frühen Mittag machten wir in Lauenburg im Yachthafen fest um zu tanken. Dies stellte sich als ein sehr problematisches Unterfangen heraus. Die Stege waren sehr niedrig, gut geeignet für Ruderer, aber sehr schwierig für uns. Über das Gelände bin ich dann eine Weile gelaufen und fand keinen Ansprechpartner, am Restaurant, das nach den angeschlagenen Öffnungszeiten eigentlich etwas anbieten sollte, an einer Nebentür ein Zettel mit Telefonnummer „Wenn keiner vor Ort, bitte melden“. Die Nummer war aber lange nicht erreichbar. Ein einheimischer Bootsanleger gab uns dann noch eine andere Nummer und nun hatten wir beim dritten Anlauf Erfolg. „Ich komme in einer ¼ Stunde“. Mittlerweile war es nun schon gut Mittag, der Magen wurde immer länger und an eine Weiterfahrt war nicht mehr zu denken. Nach gut einer ½ Stunde erschien eine sehr aufgeregte Frau:“Nun schnell,schnell, ich habe überhaupt keine Zeit.“ In dieser Hektik vollzog sich auch der Tankvorgang. Das Diesel schwappte über das neue Teakdeck, weil sie einen zu hohen Druck drauf hatte, der nicht zu verringern ging und sie auch keinerlei Geduld mitbrachte,“ ich habe keine Zeit“. Wir brachen die Tankprozedur ab, es sollten dann 30l Kanister abgefüllt werden, die wir dann hochhieven sollten und ohne Trichter einfüllen, dies lehnten wir ab und sie zog sauer von dannen. Wir mussten nun erst einmal durchatmen und denken. Nebenan war der „Wassersportclub Lauenburg“. Dort fanden wir einen Liegeplatz und einen sehr hilfsbereiten Ansprechparntner. Er stellte uns einen Handwagen, zwei 20l-Kanister und eine Schüttelpumpe zur Verfügung. Die nächste Tankstelle lag nun ca 400m bergauf. Ein netter Ausflug per pedes, der Weg ansteigend zum Glück mit leeren Kanistern. Da das Befüllen so gut funktionierte, liefen wir noch ein zweites Mal zur Tankstelle und hatten einen vollen Tank zu einem günstigen Preis. Wir fanden hier auf dem Berg noch gute Einkaufsmöglichkeiten und konnten auch unseren Magen beruhigen.

Nun aber weiter Richtung Berlin! Wir wählten den Elbe-Seitenkanal, da die Strömung der Elbe bergwärts für einen 27 PS-Motor zu stark war. Sicherlich ist die Fahrt auf der Elbe schöner und keine Wartezeiten an den Schleusen, aber was solls. Das kleine Stück bei Lauenburg auf der Elbe abwärts trieb das Schiff kräftig voran und wir hatten Schwierigkeiten mit der Abdrift beim Einbiegen in den Kanal.
Ein Schiffshebewerk ist schon etwas Besonderes, man kann es richtig genießen, der Blick schweift in die Landschaft und auf einmal ist man 38m höher und fährt stressfrei weiter. Wir hatten auch Glück bezüglich der Wartezeit, denn fahrplanmäßig wurde ein Ausflugsschiff gehoben, dass mal ein Berufschiffer warten musste, weil er zu lang war. Wir kamen an diesem Tag bis Ülzen. Dort fanden wir beim „Yachtclub Ülzen“ (Elbe-Seitenkanal km 65,9) einen Liegeplatz. Eine ganz tolle Adresse, sehr zu empfehlen. Leider war unsere Zeit zu knapp, dass nur die Übernachtung blieb.(Restaurant ,alle Versorgungseinrichtungen und durch Leihfahrräder gute Möglichkeit zu Einkaufsmöglichkeiten im Umkreis von 2 km).Nun ging es weiter Richtung Mittellandkanal. Unser nächster Liegeplatz war beim „Yachtclub Hoffmannstadt Fallersleben“ am Mittellandkanal bei km 235.(Kleines Clubrestaurant, im September für ein Bier, ordentliche Sanitäreinrichtung,Tankstelle einige Km entfernt im nächsten Ort). Am nächsten Tag vorbei an der Autostadt Wolfsburg bis zum Wasserstraßenkreuz Magdeburg. Hier gibt es keine richtigen Übernachtunsmöglichkeiten. Man darf an der „alten Sportbootliegestelle“ übernachten, in unserem Fall hatten dort aber Ausflugsschiffe festgemacht und so alles belegt. Nach Rücksprache mit der Leitstelle dürften wir dann am Rand der Sportboothaltestelle festmachen, da erst am nächsten Morgen eine Fahrt über die Brücke möglich war. Wir genossen den Abend mit einem Spaziergang und hatten einen tollen Blick in das Tal und auf die Elbe.

Recht früh ging es dann weiter und wir hatten das Glück im Fahrwasser eines Berufsschiffers zu sein, der es so einrichtete, dass wir immer gemeinsam durch die Schleusen kamen und es schafften, vor Einbruch der Dunkelheit mit ihm durch die letzte Schleuse in Brandenburg zu kommen. Hinter der Schleuse fanden wir einen Liegeplatz in der neueren großen “Havel-Marina“ km 54,6. Natürlich war hier schon kurz vor Einbruch der Dunkelheit Totentanz. Aber wir konnten festmachen und hatten eine Übernachtungsmöglichkeit. Zu sehr gehobenen Preisen hätten wir auch noch evtl. in einem riesigen leeren Restaurant etwas zu essen bekommen, aber unsere Bordvorräte mussten alle werden. Wir genossen einen wunderschönen Sonnenuntergang am letzten Abend an Bord.
Am nächsten Morgen konnten wir mit frischen Brötchen, große Einkaufsmöglichkeiten gegenüber der Marina, gut den nächsten Tag beginnen. Die Marina macht einen guten Eindruck, aber die Preise sind auch gehoben, sogar für die Mülltüte musste 1€ gelöhnt werden.
Nun waren wir in heimischen Gewässern, nach gut zwei Monaten auf der Ostsee, schipperten wir zu unserem Liegeplatz an der Scharfen Lanke - endlich daheim!